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In dem Text „Fachliche Abgrenzung der soziologischen Perspektive“ stellt und beantwortet Niklas Luhmann die Frage „Welches ist der spezifisch soziologische Aspekt der Politik?“. Um diese Frage zufriedenstellend beantworten zu können, rollt Luhmann die Geschichte der „Handlungswissenschaften“ auf. Im wesentlichen meint er damit die Entwicklung der verschiedenen Theorien hin zu dem heutigen Stand der (soziologischen) Wissenschaft. So waren die Handlungswissenschaften im 18. Jahrhundert hauptsächlich „Zwecktheorien“, im 19. Jahrhundert wurden sie von den „Faktortheorien“ abgelöst, was schließlich in der Entwicklung der Systemtheorien mündete. Für Luhmann erreichen die System-theoretischen Ansätze als einzige die nötige Komplexität, um die letztlich zu komplexe Welt zu begreifen. Im weiteren erläutert Luhmann die bekannten Prämissen der Systemtheorie: System/Umwelt, Funktionen, Rollen, Erfassung und Reduktion von Komplexität. 
Mit Hinblick darauf, was die Systemtheorie zu erklären vermag, und was nicht, steckt Luhmann die Grenzen der Soziologie (und damit auch der politischen Soziologie) wie folgt ab. Die Systemtheorie dürfe niemals Handlungsvorschläge liefern, umgekehrt dürften Entscheidungstheorien und Handlungsplanungen sich nicht mit der Reduktion von Komplexität beschäftigen. Das bedeutet kurz gesagt, dass alles Entscheidungstheoretische nicht mehr unter die Aufgabenbereiche der (politischen) Soziologie fallen dürfte. Auf die Frage, ob sich die Politikwissenschaften darauf einlassen könnten, sich nur mit Entscheidungstheoretischen Fragen zu beschäftigen, findet Luhmann keine klare Antwort. Im Endeffekt scheint es ihm auch egal zu sein, ob die Politikwissenschaften seiner Grenzziehung zustimmen oder nicht, da die Politikwissenschaften, anders als die Soziologie, nicht Rücksicht auf eine umfassende „Mutterwissenschaft“ nehmen bräuchte. 
Politische Soziologie ist für Luhmann also ein weiterer System-theoretischer Ansatz, der sich den selben Regeln der restlichen soziologischen Systemtheorie nach Luhmann unterwirft. Eine weitere Aufzählung und Erläuterung der Grundbegriffe der Systemtheorie könnten an dieser Stelle angesetzt werden. Darauf wird aber aus Gründen der Verhinderung von Redundanz verzichtet, immerhin ist Luhmann bereits im ersten Semester Teil der Grundausbildung Marburger Soziologen.
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